Endlich kommen wir weiter. Meine Augen wollen zwar noch immer nicht so richtig, daher muss Claudia fahren, das ist aber kein Problem. Da die Minenarbeiter und die Coca-Bauern einen Teil der Straße nach Sucre blockieren (Straßenblockaden sind hier ein beliebtes Protestmittel) müssen wir nach Oruru die nördliche Route nach Sucre nehmen und können nicht über Potosi fahren.

In Oruru haben wir ein schönes Hotel mit super Parkplatz für den Van, allerdings geht unser Fenster auf die Hauptstraße und hier ist scheinbar eine Art Busbahnhof. Die Busse lassen die ganze Zeit den Motor laufen und die Luft ist schlecht und stickig. Ständig schreien Leute, hauptsächlich ein Mann und eine Frau, das gleiche und wir vermuten, dass sie was verkaufen. Nach einer Weile überlege ich kurz, ob ich einfach runter gehe und alles kaufe, was die beiden anbieten, damit endlich Ruhe ist. Später gehen wir doch noch auf die Straße und schauen was die beiden denn verkaufen. Es stellt sich heraus, dass sie neben den Bussen stehen und vermutlich nur die Ziele der Busse rausschreien. Naja, irgendwann ist dann aber doch zum Glück Ruhe.

An nächsten Morgen wollen wir noch das Minenmuseum, einen alten Stollen, besichtigen, dessen Eingang sich mitten in einer Kirche befindet.

Irgendwie blicken wir es nicht mit den Ticketkauf, daher müssen wir nochmal 45 Minuten warten und, um die Zeit zu überbrücken, besichtigen wir noch ein anderes Museum. Eigentlich haben wir noch einen weiten Weg vor uns heute, aber jetzt sind wir schon da 🙂


Ein sehr überschaubares Museum, angedockt an die Kirche. Danach dürfen wir aber in den Schacht, sogar mit spanischem Führer, der uns geduldig alles erklärt.

Hier wurden hauptsächlich Silber und teilweise auch andere Metalle abgebaut, in der Region gibt es noch ein paar aktive Minen. Auf der Fahrt sind wir auch durch ein paar Minenstädte, bzw. Ansammlungen von Häusern gefahren, das waren wohl die tristesten Orte auf der ganzen Reise bisher.

Die Arbeitsgeräte und die Arbeitsbedingungen erinnern sehr an den Kohleabbau im Ruhrgebiet, wobei ich mich nicht wirklich auskenne, ich muss nochmal mit einem Bergmann zuhause reden 🙂

Nach der Führung machen wir uns auf den Weg Richtung Sucre und kommen dort kurz nach Einbruch der Dunkelheit an. Die Strecke auf der Hochebene zwischen 3500m und 4500m geht ständig bergauf und bergab und ist nur am Anfang spektakulär. Wir sind froh, wenn wir endlich wieder in grüneren Gegenden unterwegs sind.

Die Straße führt durch ein freiliegendes Kohleflöz

Die letzten Kilometer werden nochmal spannend, weil uns langsam der Sprit ausgeht. Wir haben zwar einen fetten Ersatzkanister auf den Dach, aber wenig Lust den runterzuholen. Wir kommen auf den letzten Tropfen in Sucre an und tanken 43 Liter in unseren 40 Liter Tank – wir waren also schon gut auf Reserve unterwegs.

Geschafft!